Sinnerfüllt
Liebe Leser*innen,
„Die zwei wichtigsten Tage in deinem Leben sind der Tag, an dem du geboren wirst, und der Tag, an dem du herausfindest, warum.“
Dieses Zitat – es wird Mark Twain zugeschrieben – bringt mich sofort ins Grübeln. Vielleicht gerade deshalb, weil es eine Sehnsucht berührt, die viele Menschen kennen: den Wunsch, nicht einfach nur da zu sein, sondern mit dem eigenen Leben gemeint zu sein. Auch wenn sich offenbar nicht belegen lässt, dass Twain diese Worte tatsächlich gesagt oder geschrieben hat, bleibt ihre Frage bestehen: Worin liegt der Sinn meines Lebens? Und vielleicht beginnt ein sinnerfülltes Leben genau dort, wo ich dieser Frage nicht ausweiche, sondern sie vor Gott und mit offenem Herzen an mich heranlasse.
In der neuen Ausgabe schauen wir uns darum genau diese Frage an und beleuchten sie aus ganz verschiedenen Perspektiven, allen voran die theologische Frage nach dem Sinn von Leben und Leiden. Der Philosoph und Psychologe Viktor E. Frankl hat aus seiner Leidenserfahrung im KZ eine Weltsicht und Therapie entwickelt, die bis heute hilft. Wie geht es Kindern, die ein Elternteil oder Geschwister verloren haben? Davon lesen wir im Interview mit dem Gründer von Lacrima - Zentrum für trauernde Kinder hier in Giesing. Und wir begegnen unserem Hausmeister Josef Groß, der uns Einblicke in sein Leben und seine Weltsicht gibt.
Allerdings finden Sie hier nicht ein Rezept oder eine klare, eindeutige Antwort, dafür aber viele Wegweiser.
Ihr Micha Boerschmann