Geschichte der Kirchengemeinde

Eine kurze Chronik der Evangelischen in Giesing

 

1828

Die erste protestantische Familie kommt nach Giesing:
Adam Dick zieht aus der Rheinpfalz nach Giesing und eröffnet die Gaststätte „Zum Weinbauern“.

1. Oktober 1854

Giesing (3.549 Einwohner) wird zusammen mit der Au und Haidhausen nach München eingemeindet.

31. Oktober 1886

Die Giesinger Heilig-Kreuz-Kirche wird nach 20-jähriger Bauzeit eingeweiht – Ausgerechnet am Reformationstag.

1914

Die Zahl der Protestanten in Giesing steigt an. Darum wird damit begonnen, den Bau einer eigenen Kirche zu planen.

1918/19

Revolution in Bayern. Im Mai toben erbitterte Straßenkämpfe rund um die Martin-Luther-Straße.

25. November 1920

Gründung des „Evangelischen Vereins München-Giesing“. Er tagt im „Café Giesing“.

seit 1921

Evangelische Gottesdienste im Turnsaal der evangelischen Kolumbusschule.

1. Januar 1923

Die Gemeinde Giesing bekommt einen Pfarrer.
Die von St. Johannes ausgelagerte 2. Pfarrstelle wird mit Pfarrer Albrecht Schübel besetzt.

26. März 1925

Offizielle Loslösung von der „Mutterkirche“ St. Johannes in Haidhausen und Gründung der „Pfarrkirchengemeinde" München-Giesing.

11. Oktober 1925

Wahl des ersten Kirchenvorstands.

3. April 1926

Baubeginn von Kirche und Pfarrhaus.

27. Juni 1926

Grundsteinlegung für die Kirche mit angebautem Pfarrhaus.

1. Januar 1927 

Einweihung der Martin-Luther-Kirche. Die Kirche ist 18,6 Meter breit und 23 Meter lang.
Am Tag der Einweihung ist die Kirche übervoll. Die 800 Plätze reichen nicht aus.

23. Juli 1933

Ein neuer Kirchenvorstand wird gewählt.
Die Hälfte der Gewählten sind NSDAP-Mitglieder, was vom damaligen Dekan begrüßt wird.
Für Pfarrer Karl Alt galt das nicht. Er stand - wie manche andere Giesinger - der Bekennenden Kirche nahe.

Ab 1934

Die Gefängnisseelsorge im Gefängnis Stadelheim wird von der Pfarrstelle Lutherkirche versehen.
Die Zahl der Hinrichtungen steigt. Pfarrer Karl Alt begleitet zweimal pro Woche die Verurteilten auf dem Weg zum Schafott, darunter auch die Geschwister Scholl am 23. Februar 1943.

9. Mai 1935

Gründung des „Evang. Vereins für Krankenpflege und Diakonie".

19. Februar 1940

„Ausgemeindung“ der Tochtergemeinde Harlaching.

7. September 1943

Zerstörung der Kirche und des Pfarrhauses durch Brandbomben.

25. April 1944 

Zerstörung des Gemeindehauses durch Brandbomben. Bei diesem Luftangriff wird auch die benachbarte Heilig-Kreuz-Kirche schwer beschädigt.

19. Dezember 1948

Einweihung der Martin-Luther-Kapelle im Gemeindehaus.

20. Dezember 1953 

Einweihung der wiedererbauten Kirche.

12. Dezember 1961

„Ausgemeindung“ der Philippusgemeinde.

10. September 1964

Glockenweihe.

28. September 1969 

Weihe der neuen Simon-Orgel.

1975

Außenrenovierung der Kirche.

23. November 1976

Gründung der "Ökumenischen Sozialstation Giesing-Harlaching".

1989 

Umbau der Lutherkirche.

12. Februar 2017

Zum 500. Jahrestag des Thesenanschlags und damit dem Beginn der Reformation bringt der Giesinger Bräu den „Innovator“ auf den Markt, einen dunklen Doppelbock. Das Etikett ziert ein Bild der Lutherkirche, obwohl normalerweise die Brauerei die katholische Heilig-Kreuz-Kirche im Logo hat.
Bereits am 6. Dezember 2012 (Spatenstich) zog der Braumeister Steffen Marx mit dem Giesinger Bräu in die unmittelbare Nachbarschaft der Lutherkirche. Die Brauerei steht in der Martin-Luther-Straße 2.

2019 – 2021

Bau des neuen Gemeindehauses mit Umbau des Pfarrhauses.

2021

Das Gemeindehaus in der Weinbauernstraße 9 wird aufgegeben. Das Grundstück wird in Erbpacht neu genutzt.


Ausführlichere Informationen

zur Geschichte der Lutherkirche, der Pfarrerinnen und Pfarrer, dem Gemeindeleben und den Gebäuden finden Sie in den Festschriften von 1977 und 2002.

 

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